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Schnelle Schnitte für die Diagnostik während der Operation

Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg hat Schnellschnittlabor in Betrieb genommen - Kooperation mit Universitätsklinikum Bonn

09.02.2017
Gemeinsam für eine schnellere Diagnostik (v.l.): Prof. Dr. Glen Kristiansen (Direktor des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Bonn), Martin Milde (Kaufmännischer Direktor Malteser Krankenhaus) und Yvonne Fischer (Medizinisch-Technische Assistentin)

Auf kleinen "Tellern" werden die Gewebeproben zur Untersuchung gefroren.
Gemeinsam für eine schnellere Diagnostik (v.l.): Prof. Dr. Glen Kristiansen (Direktor des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Bonn), Martin Milde (Kaufmännischer Direktor Malteser Krankenhaus) und Yvonne Fischer (Medizinisch-Technische Assistentin)
Gemeinsam für eine schnellere Diagnostik (v.l.): Prof. Dr. Glen Kristiansen (Direktor des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Bonn), Martin Milde (Kaufmännischer Direktor Malteser Krankenhaus) und Yvonne Fischer (Medizinisch-Technische Assistentin)

Auf kleinen "Tellern" werden die Gewebeproben zur Untersuchung gefroren.
Gemeinsam für eine schnellere Diagnostik (v.l.): Prof. Dr. Glen Kristiansen (Direktor des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Bonn), Martin Milde (Kaufmännischer Direktor Malteser Krankenhaus) und Yvonne Fischer (Medizinisch-Technische Assistentin)

Auf kleinen "Tellern" werden die Gewebeproben zur Untersuchung gefroren.
Auf kleinen "Tellern" werden die Gewebeproben zur Untersuchung gefroren.

Anfang Januar hat im Untergeschoss des Malteser Krankenhauses Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg ein Schnellschnittlabor den Betrieb aufgenommen. Was zunächst nach Medizin hinter verschlossenen Türen klingt, hat einen ganz konkreten Nutzen für die Ärzte im Malteser Krankenhaus und vor allem für ihre Patienten.
In dem Labor untersuchen Prof. Dr. Glen Kristiansen, Direktor des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Bonn, und sein Team Gewebeproben, die während einer Operation entnommen werden. Von dem Ergebnis dieser Untersuchung hängt der weitere Verlauf der OP ab - beispielsweise, wenn geklärt ist, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist. Das Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg hat einen Schwerpunkt in der Tumorchirurgie, der Schnellschnittdiagnostik kommt hier also eine besondere Bedeutung zu.

Viele Vorteile: Kurze Wege, weniger Wartezeit und kollegialer Austausch
"Bisher haben wir die Proben mit einem Boten zu einem externen pathologischen Labor geschickt - für den Transport allein sind circa 15 Minuten vergangen - diese Zeit sparen wir nun", erklärt der kaufmännische Direktor des Malteser Krankenhauses Martin Milde. "Dadurch wird die Warte- und damit auch die Narkosezeit verkürzt und davon profitieren unsere Patienten", so Milde weiter.
Einen weiteren Vorteil des hauseigenen Labors erläutert Prof Dr. Glen Kristiansen: "Der Operateur kann auf Grund des kurzen Weges auch selbst einen Blick in das Mikroskop werfen, um sich - im wahrsten Sinne des Wortes - ein Bild von der Gewebeprobe zu machen. Andersherum kann die Expertise unseres Teams auch jederzeit abgerufen werden, wenn die Einschätzung eines Pathologen benötigt wird. Dazu müssen wir nur ein Stockwerk höher gehen, dort sind die Operationssäle."

Schnellschnitt-Diagnostik: filigranes Handwerk
Im Normalfall bringt ein Krankenhaus-Mitarbeiter jedoch die Gewebeprobe in das Labor im Untergeschoss. Dann geht es schnell: In circa 10 bis 30 Minuten können Kristiansen und seine Mitarbeiter das Ergebnis in den OP melden. Was dazu notwendig ist, bezeichnet der Pathologe vor allem als "Handwerk". Die Gewebeprobe wird vermessen, gewogen und anschließend mit einem speziellen Verfahren gefroren - nur so ist der anschließende Arbeitsschritt möglich. Mit speziellen und extrem scharfen Klingen wird die Probe in extrem dünne Scheiben geschnitten. Aus einer Gewebeprobe von 1 mm lassen sich so bis zu 200 Präparate gewinnen, die anschließend eingefärbt und unter dem Mikroskop untersucht werden. Das Ergebnis dieser Untersuchung vermerkt der Pathologe schließlich schriftlich und meldet es sofort direkt in den OP-Saal - dort kann der Operateur dann dem Ergebnis entsprechend mit dem Eingriff fortfahren.

Kooperation zwischen Universitätsklinikum und Malteser Krankenhaus
Seit 2011 ist Prof. Dr. Kristiansen am Universitätsklinikum Bonn (UKB) und bringt somit neben dem "Handwerk" auch große Erfahrung in der Untersuchung und Beurteilung menschlichen Gewebes mit. Der Direktor des Instituts für Pathologie am UKB und sein Team kooperieren nun mit dem Malteser Krankenhaus. "Das Universitätsklinikum und wir arbeiten bereits in anderen Bereichen sehr erfolgreich miteinander, wir freuen uns sehr, dass wir diesen vertrauensvollen Weg nun mit dem Schnellschnittlabor fortsetzten", so Martin Milde, der kaufmännische Direktor des Malteser Krankenhauses.

Pathologie: Medizin für das Leben
Die große Expertise von Kristiansens Team zeigt sich auch in der Anzahl der jährlich untersuchten Proben: Etwa 26.000 haben er und seine Mitarbeiter pro Jahr unter dem Mikroskop. "Bei ‚Pathologie' denken die meisten Menschen stets an Rechtsmedizin und Obduktion", so der gebürtige Freiburger. "Dabei ist Pathologie vor allem eine Medizin für die Lebenden. Im Vergleich: Pro Jahr führen wir nur etwa 50 Obduktionen durch." Kristiansens besondere Leidenschaft gilt der Tumorforschung: Besonders im Bereich der urologischen Tumore  - also Nieren-, Hoden- oder Prostatakrebs - forscht er intensiv. Dass zum Malteser Krankenhaus eine große Urologie und ein zertifiziertes Prostatakrebszentrum gehören, passt daher sehr gut zu seinem Spezialgebiet.

Institut für Pathologie am Universitätsklinikum Bonn