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Krebs durch Brustimplantate?

"BIA-ALCL": eine durch Implantate ausgelöste Krebserkrankung? - große Verunsicherung bei Frauen mit Implantaten - Expertenteam klärt auf

27.11.2017

BIA-ALCL steht für "Brustimplantat-assoziiertes anaplastisch-großzelliges Lymphom und ist in den letzten Monaten vermehrt in das Interesse von Medizinern und Medien, vor allem aber von Betroffenen gerückt. Muss nun jede Frau mit Brustimplantaten Angst vor einer Krebserkrankung haben?
Dr. med. univ. Maria Wiedner ist Chefärztin der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie im Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg und spürt große Verunsicherung bei Frauen, die Brustimplantate für sich in Erwägung ziehen oder bereits welche tragen. "Es kommen immer mehr Frauen zu uns, die sich Sorgen machen, dass sie nun auch ein BIA-ALCL haben, weil das Thema besonders in Boulevardmedien immer mehr Aufmerksamkeit bekommt. Nach dem Skandal um ‚gepantschte' Implantate ist dies nun das nächste Ereignis, das Sorgen und Ängste verursacht." Dabei sei das Thema gar nicht so neu wie es scheint, sagt Wiedner. Beispielsweise gab es bereits 2008 durch die medizinische Fachgesellschaft DGPRÄC (Deutsche Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie) Berichte über einen möglichen Zusammenhang zwischen dem seltenen ALCL und Brustimplantaten berichtet, in Amerika gab es erste seriöse Studien im Jahr 2011.

Verunsicherung bei Betroffenen ist groß

Dennoch - durch eine erhöhte Medienpräsenz und Berichte über Todesfälle steigen Verunsicherung und Ängste. "Bei vielen Frauen kommt erschwerend hinzu, dass sie nicht wissen, an wen sie sich mit ihren Fragen wenden sollen, vor allem wenn die Operation schon länger her ist", erklärt Chefärztin Wiedner. "Außerdem gibt es häufig das diffuse Gefühl, selbst die Schuld für eine mögliche Krebserkrankung zu tragen, was den Leidensdruck enorm erhöht."

Hotline als erste Anlaufstelle für Betroffene

Um eine erste Anlaufstelle für Fragen rund um das Brustimplantat-assoziierte Lymphom BIA-ALCL zu bieten, hat Dr. med. univ. Maria Wiedner nun eine Hotline eingerichtet, unter der Betroffene (auf Wunsch auch anonym) ihre Fragen stellen können. "Eine individuelle Beratung können wir am Telefon natürlich nicht bieten, aber erste Fragen zu der Erkrankung und zu Risikofaktoren medizinisch fundiert beantworten", erklärt die Plastische Chirurgin die Idee zu der Hotline. Damit hoffe sie, die Hemmschwelle zu senken, damit "Frauen, die Angst haben, betroffen zu sein, nicht im Internet recherchieren müssen, danach vielleicht nicht mehr wissen, aber noch weiter verunsichert sind, sondern eine Antworten von Experten bekommen." Erst vor wenigen Wochen war sie selbst beim International Breast Meeting in Großbritannien, um die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um BIA-ALCL mit internationalen Fachkollegen zu diskutieren.


Die Hotline für Fragen zu BIA-ALCL ist bis Ende des Jahres jeden Dienstag von 14 bis 16 unter der Telefonnummer 0228 6481-9161 zu erreichen. Chefärztin Dr. med. univ. Maria Wiedner steht dann als Gesprächspartnerin für Betroffene zur Verfügung.

BIA-ALCL: Dr. med. univ. Maria Wiedner beantwortet die wichtigsten Fragen.