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Sicher durch die Silvesternacht

Jedes Jahr geben die Deutschen mehrere hundert Millionen Euro nur für Feuerwerk und Böller aus. Die Knallerei zu Silvester erfreut sich ungebrochener Beliebtheit, was die Silvesternacht leider regelmäßig zur arbeitsreichsten Nacht für unseren Rettungsdienst und Mitarbeiter der Krankenhäuser macht. Der Umgang mit Feuerwerk ist gefährlich und birgt einige Risiken. Böller, die in der Hand explodieren, stellen hier das größte dar. Aber auch Raketen, die in ihren Flaschen umkippen und deshalb nicht in der Luft, sondern auf der Erde explodieren, führen immer wieder zu Verletzungen.

29.12.2017
Dr. Martin Richter
Dr. Martin Richter
Dr. Martin Richter

Grundsätzlich gilt, dass in Deutschland Feuerwerk und Knallkörper der Kategorie 2, also alles was über Wunderkerzen und Tischfeuerwerk hinausgeht, nur an Personen über 18 verkauft werden darf. Achtet darauf, dass Kinder auch mit Tischfeuerwerk oder Wunderkerzen nicht alleine zündeln und wenn ihr Raketen oder Böller abfeuert, achtet neben genug Sicherheitsabstand auch auf die empfindlicheren Gehöre von Kindern.

Keine Böller ohne Prüfzeichen
In Deutschland wird jeder Feuerwerksartikel, der verkauft werden soll, vom Bundesamt für Materialprüfung (BAM) getestet und erhält eine Prüfnummer. Bereits beim Kauf kann man auf diese Nummer achten. Sie beginnt mit BAM-F2 und es folgt eine fortlaufende vierstellige Nummer. Nur diese Produkte sind geprüft und erfüllen die Sicherheitsnormen. Besondere Vorsicht gilt bei Böllern aus dem Ausland und Käufen in Online-Shops. Daher hier am besten Finger weg!

Sicheres Zünden des Feuerwerks
Die meisten Verletzungen, die in den Krankenhäusern deutschlandweit an Silvester behandelt werden müssen, sind Verletzungen an den Händen. Deshalb ist es wichtig, Raketen niemals aus der Hand heraus starten zu lassen und Böller immer direkt nach dem Anzünden wegzuwerfen. Besonders gefährlich ist das wiederanzünden von Blindgängern. Feuerwerkskörper, die nicht richtig gezündet haben, dürfen nicht noch einmal benutzt werden, da hier meist die Zündschnur schon sehr weit heruntergebrannt ist.

Auch wenn für viele Menschen die Party zum Jahreswechsel zu den schönsten Feiern im Jahr gehört und es oft nicht beim Glas Sekt um 0:00 Uhr bleibt: Alkohol trübt die Reflexe und macht unvorsichtig. Deshalb solltet ihr unter dem Einfluss von Alkohol darauf verzichten, das neue Jahr mit eigenem Feuerwerk zu begrüßen.

Tipps für den Notfall
Und wenn doch einmal etwas passiert? Dr. Martin Richter ist Direktor der Klinik für Hand- und Plastische Chirurgie am Bonner Malteser Krankenhaus und rät: „Bei Verbrennungen an den Händen sollte die verbrannte Haut schnell gekühlt werden – am besten mit fließendem Leitungswasser, das 10 bis 15 Grad warm sein sollte. Eispackungen oder ähnliches sind zur Kühlung nicht zu empfehlen, weil sie Kälteschäden an Haut und Gewebe verursachen können. Ganz wichtig: Wenn ein Handschuh oder andere Kleidung mit verbrannt ist, sollte diese von der verbrannten Haut entfernt werden. Wenn verbrannte Haut mit Stoffresten verklebt ist, sollte dies allerdings auf keinen Fall selbst gemacht, sondern den Profis im Rettungsdienst oder Krankenhaus überlassen werden.“ Wann eine Verbrennung besser im Krankenhaus behandelt werden sollte, hängt vom Grad der Verbrennung ab. Richter: „Verbrennungen ersten Grades und einzelne Brandblasen verheilen, wenn sie nach dem Unfall richtig versorgt wurden, meist gut ohne ärztliche Hilfe. Bilden sich allerdings viele Blasen oder ist das verbrannte Gewebe schwarz oder vollständig gefühllos, ist die Fahrt ins Krankenhaus oder eine Notdienstpraxis angesagt. Mit fachkundiger Versorgung der Verletzung können Folgeschäden vermieden werden.  Sollte es durch einen Knallkörper zu einer offenen Wunde gekommen sein, sollte sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden, da diese Verletzungen meist tiefe Einsprengungen von Rußpartikeln ins Gewebe erzeugen.  Schwerere Explosionsverletzungen führen in der Regel zu Weichteildefekten, sodass die notfallmäßige Krankenhausbehandlung ohnehin offensichtlich ist.“