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Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg

Der neue Kollege im OP heißt DaVinci®

Bereits über 100 erfolgreiche Operationen im Malteser Robotikzentrum Bonn/Rhein-Sieg - drei medizinische Fachabteilungen bieten maximale Präzision mit Roboter-Unterstützung

07.12.2018
Geschäftsführer Martin Milde und die drei Chefärzte des Malteser Robotikzentrums präsentieren den "neuen Kollegen" (PD Dr. Peter Gaßmann, Allgemein- und Viszeralchirurgie, PD Dr. Joachim Schmidt, Thoraxchirurgie und Prof. Dr. Carsten Ohlmann, Urologie (v.r.))
Geschäftsführer Martin Milde und die drei Chefärzte des Malteser Robotikzentrums präsentieren den "neuen Kollegen" (PD Dr. Peter Gaßmann, Allgemein- und Viszeralchirurgie, PD Dr. Joachim Schmidt, Thoraxchirurgie und Prof. Dr. Carsten Ohlmann, Urologie (v.r.))

Seit einem halben Jahr steht im Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg ein hochmoderner Operationsroboter zur Verfügung.  Mit Unterstützung des Roboters können bestimmte Eingriffe noch schonender durchgeführt werden. Nun ziehen die Chefärzte der drei am Malteser Robotikzentrum beteiligten Fachabteilungen eine erste Bilanz. Ihr Fazit nach über 100 Operationen mit Roboter-Unterstützung: Die Patienten genesen schneller, besonders Menschen mit höherem Operationsrisiko profitieren von der Technik und der Roboter macht minimalinvasive Operationen ("Schlüssellochtechnik") möglich, wo ohne diese Technik eine offene Operation notwendig wäre.

Ein Teil des Operationsteams: der Operations-Roboter
"Der Roboter ersetzt selbstverständlich nicht den Arzt, sondern unterstützt ihn", erklärt Prof. Dr. Carsten Ohlmann. Der Chefarzt für Urologie ist Leiter des Malteser Robotikzentrums Bonn/Rhein-Sieg und hat bereits über 800 Operationen Roboter-assistiert durchgeführt.
Bei einer Roboter-assistierten Operation steht der Operateur nicht wie üblich am OP-Tisch, sondern sitzt an einer Konsole, die in der Nähe des Patienten aufgestellt ist. Von dieser Konsole aus steuert er den Roboter und hat durch eine Präzisionskamera einen dreidimensionalen Blick auf das Operationsgebiet. Am OP-Tisch ist zusätzlich ein Team aus Ärzten und OP-Pflegekräften im Einsatz, beispielsweise, um die Roboterbewegungen zu überwachen und zusätzliche Instrumente zu bedienen. "Der Operations-Roboter sorgt sozusagen als Teil des Teams mit für ein optimales OP-Ergebnis", weiß PD Dr. Peter Gaßmann. Er leitet die Allgemein- und Viszeralchirurgie im Malteser Krankenhaus und operiert mit seinem Team seit einigen Monaten beispielsweise Patienten mit Darmkrebs mit Unterstützung von DaVinci®.

Ergänzung, wo menschliche Fähigkeiten an ihre Grenzen kommen
Dabei ergänzt das Gerät immer dort, wo menschliche Fähigkeiten an ihre Grenzen kommen. Beispielsweise ist die Darstellung über die Kamera vergrößert und bietet einen extrem genauen Blick auf Gewebestrukturen und Nerven. Die Gelenke der Roboterarme können auch dort dreidimensionale Bewegungen ausführen, wo der menschlichen Hand dies nicht möglich ist. Und nicht zuletzt ist die Steuerung der Instrumente durch eine verzögerte Übersetzung mit einer noch höheren Präzision möglich. Davon profitieren Patienten, zum Beispiel weil feinste Gewebestrukturen, Gefäße und Nerven geschont werden, der Heilungsprozess nach der Operation kurz ist und die Beschwerden nach dem Eingriff gering sind. Das Fazit der drei Chefärzte nach einem halben Jahr mit Roboter-Unterstützung: "Die Patienten sind schneller wieder fit und haben deutlich weniger Beschwerden nach der Operation. Dies gilt für alle drei Fachbereiche."

Vieles ist möglich - Entscheidung im Einzelfall
Grundsätzlich lassen sich viele Operationen aus den Bereichen Urologie, Thoraxchirurgie (Lungenchirurgie) und Allgemein- und Viszeralchirurgie (Bauchchirurgie) mit Unterstützung des Operations-Roboters durchführen. "Besonders profitieren die Patienten, die ein höheres Risiko für eine Operation haben, beispielsweise auf Grund eines schlechten Allgemeinzustandes, Vorerkrankungen oder des hohen Alters", erklärt PD Dr. Joachim Schmidt. Er ist Chefarzt der Thoraxchirurgie und setzt bei Operationen schon lang auf minimalinvasive Techniken. Aber: "Selbstverständlich operieren wir auch Patienten ohne besonderes OP-Risiko Roboter-assistiert, wenn dies zum Vorteil des Patienten ist." In Frage kommen dafür beispielsweise neben Operationen im Brustkorb  auch Prostata- oder Darmkrebs-OPs. "Die Liste der Operationen, die wir mit DaVinci durchführen können, ist lang - letztendlich entscheidet der Operateur aber für jeden Patienten individuell, ob er mit oder ohne Roboter-Assistenz besser operiert werden kann", so Prof. Dr. Carsten Ohlmann.

Chirurgie der kleinen Schnitte "aus Tradition"
Von den Vorteilen der so genannten minimalinvasiven Chirurgie, also Operationen mit kleinsten Schnitten, profitieren Patienten im Malteser Krankenhaus fast "aus Tradition": "In den letzten Jahren haben in den Bereichen Thoraxchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie und Urologie Chefarztwechsel stattgefunden. Wir haben uns bewusst für Ärzte entschieden, die für den Einsatz und die Weiterentwicklung der minimalinvasiven Chirurgie stehen", sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Martin Milde. "In der Lungenchirurgie gehört unser Chefarzt PD Dr. Joachim Schmidt beispielsweise zu den Vorreitern im Einsatz minimalinvasiver OP-Techniken und PD Dr. Peter Gaßmann ist ein ausgewiesener Experte in der minimalinvasiven Darm- und Leberchirurgie. Dass wir mit dem fachübergreifenden Robotikzentrum diese Techniken noch weiter verfeinern und auch dort minimalinvasive OPs anbieten können, wo dies zuvor schwierig war, passt daher zu den medizinischen Ansprüchen unseres Hauses."