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Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg
Erläuterung

In Pfarrgemeinden, Krankenhäusern, Alteneinrichtungen, ärztlichen und therapeutischen Praxen, in Beratungsstellen und Diensten der Palliativversorgung nimmt die Beschäftigung mit Krisen, Leid und Trauer einen immer größeren Raum ein. Auch viele Erkrankungen werden in Zusammenhang mit diesen existentiellen Lebenseinschnitten gesehen. Der natürliche Zugang zu einer (Verlust)Krise, die als zwar äußerst schmerzlicher, aber letztlich lebensnaher, vielleicht sogar lebensfördernder Prozess verstanden sein will, scheint verloren gegangen zu sein. Immer mehr Menschen, die sich in Krisen von Krankheit, Trennung, Todesbedrohung und Verlust befinden, suchen verstärkt nach kompetenter Unterstützung.

In diesem Rahmen will das Seminar Trauer erwärmen (Z12) dazu beitragen, dass Praktiker in den verschiedenen Einrichtungen und Tätigkeitsfeldern das komplexe Phänomen des schmerzlichen Verlustes besser verstehen lernen, damit sie Trauernde unterstützen können, dieser Erfahrung zu begegnen. Auseinandersetzung mit eigenen Verlusterlebnissen und Trauerprozessen, Vermittlung von Wissen und Einüben praktischer Begleitungsstandards halten sich in diesem 5-Wochen-Seminar die Waage. Die Qualifizierung erfolgt in Übereinstimmung mit den Qualitätskriterien des Bundesverband Trauerbegleitung (BVT e.V.) für die „Große Basisqualifizierung“ mit 200 Unterrichteinheiten und endet mit entsprechender Zertifikatsverleihung.

Die Fortbildung „Trauer erwärmen“ und die meisten anderen Trauerbegleitausbildungen befähigen zur Einzelbegleitung von Menschen in Verlusterfahrungen. Ein Trauercafé oder andere Trauergruppen aufbauen, leiten, begleiten (Z25) benötigt in der Regel eine weitere Qualifikation. Auf der Basis einer absolvierten Großen Trauerqualifikation BVT e.V. zur Begegnung mit und Begleitung von Trauernden (200 Unterrichtseinheiten) z.B. durch Teilnahme an dem Seminar „Trauer erwärmen“, werden in diesem Kurs praxisorientiert die inhaltlichen Grundlagen und methodischen Fertigkeiten zum Aufbau, zur Leitung und zur Begleitung von Trauergruppen vermittelt.

Der Kurs Spiritual Care – Haltung um zu halten. Orientierung und Inspiration in der Begleitung Sterbender (Z13) setzt sich mit Grenzerfahrungen auseinander, mit denen Menschen in der Begleitung sterbender und trauernder Menschen in Kontakt kommen. Es werden häufig auftretende Sinnfragen sowohl der Sterbenden und Trauernden als auch der Begleitenden aufgenommen, die sich zwischen Hoffnung und Sinnleere, zwischen Ohnmacht, Angst und Sehnsucht bewegen. Was kann Halt und Antwort geben? Ist es das Gebet, die Meditation, das Zensitzen, die Gedankenwelt der uns vertrauten Religionen? In insgesamt fünf Modulen à 3 Tagen wird in theoretischer Auseinandersetzung mit verschiedenen Geisthaltungen, im Austausch und in praktischen Übungen der Frage nachgegangen, inwieweit Begleitung selber mit der ihr eigenen Haltung und Ausrichtung als spiritueller (Übungs-)Weg verstanden und praktiziert werden kann; dies nicht als Alternative, sondern als Ergänzung zu tradierten Erfahrungen.

Kreatives Arbeiten eröffnet individuelle Handlungsspielräume, um Krisensituationen zu bewältigen und Ressourcen erlebbar und sichtbar zu machen. Im Kurs Kunsttherapie in der Begleitung von Patientinnen und Patienten und Angehörigen (Z35) erfahren die Teilnehmenden was künstlerische Prozesse auslösen und bewirken können.